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Mehr als nur ein Rahmenprogramm


Im Rahmen des Erasmus+-Projektes zwischen dem Gymnasium in Munster und dem Istituto comprensivo Casati in Muggio, Italien, waren vom 31.03.-04.04.2019 insgesamt 11 Schüler einer 7. Klasse mit ihren drei Lehrkräften zu Besuch am Gymnasium.
Gemeinsam mit 10 Schülern der 7. Klassen des Gymnasiums wurde ein Schulgarten an der Grundschule im Örtzetal angelegt. Ziel dieses Projektes ist der Anbau regionaler Nutzpflanzen sowie Nutzpflanzen der Mittelmeerregion unserer Partnerschule.
 

 
Die Aussaat wurde vorbereitet und Pflanzensamen ausgebracht, Steckbriefe zu den Pflanzenarten erstellt und deren Herkunft geklärt. Ein Teil der im Schulgarten erzeugten Färberpflanzen, wie z.B. Färberwaid wurde an einem der Projekttage durch Unterstützung der deutschen und italienischen Lehrkräfte (Michele Quagliarini, Simona Tramontana, Sara Marogna, Lucy Buhr, Gertraud Grefe, Tiziana Kahnwald und Wolfgang Kruse) im Freilichtmuseum Am Kiekeberg zum Färben weißer Baumwoll-T-Shirts verwendet.

Weitere Pflanzenarten wurden fürs gemeinsame Kochen und den Verzehr am Abschiedsabend (Mittwoch, 03.04.2019) verwendet.
Es geht bei diesem Austausch nicht ausschließlich um die persönliche Begegnung, die natürlich im Vordergrund des europäischen Erasmus+-Programms für schulische Bildung steht, sondern um Begegnung im Rahmen eines gemeinsamen Projektes, das in den Partnerschulen in den naturwissenschaftlichen Unterricht integriert ist bzw. wird.
 
Wir merken, dass der Blickwinkel der Schülerinnen und Schüler sich verändert. Sie wollen ihr Wissen nicht mehr nur kognitiv erwerben, also auf Fachkompetenzebene, sondern handlungsorientiert, also ausgerichtet auf konkrete Handlungsergebnisse. Und das funktioniert sehr gut mit dem Schulgarten: In Eigenverantwortung Wissen und Fertigkeiten aus verschiedenen Fachdisziplinen erwerben. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung für ihr Lernen, sie sind für ihr Beet verantwortlich. Zudem beschäftigen sich die Schüler aus unterschiedlichen Perspektiven mit den Pflanzen. Wenn es z.B. um die Kartoffel geht, wird im Fach Geschichte der historische Kontext recherchiert und die Frage beantwortet, warum und wie Friedrich der Große die Kulturpflanze eingeführt hat. In den naturwissenschaftlichen Fächern wird analysiert, wie man aus Kartoffeln Stärke gewinnt. Auf diese Weise greifen wir die Fachzusammenhänge aus den Perspektiven unterschiedlicher Fächer auf und ermöglichen so ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand.

Das Projekt soll keine „Eintagsfliege“ sein, sondern dauerhaft bleiben. Gerade deswegen muss es in den Unterricht integriert werden, so dass auch die kommenden 7. Jahrgänge davon profitieren. Es geht also mit der Umsetzung dieses Erasmus-Projektes auch um eine weitere Verbesserung der Unterrichtsqualität, um die Beförderung von Nachhaltigkeit der Lernprozesse und damit letztlich um Schulentwicklung.
 
 
 
Text: Dr. Wolfgang Kruse


 

Written by: Br 1 2019.04.05

 

 

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