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Gymnasium Munster - Aktuelles-Leser

Ein Tag ohne Handy ist wie Pommes ohne Salz

Mit diesem Zitat einer Schüleräußerung eröffnete Frau Wendt von der Polizeiinspektion Heidekreis am Montag, den 11.02.2019, den Elterninformationsabend zum Thema Handynutzung und Cybermobbing am Gymnasium Munster.

In der Woche zuvor hatte der sechste Jahrgang mit ihr und ihrer Kollegin Frau Lichte sowie den jeweiligen Klassenlehrerinnen zu diesem Thema gearbeitet. Anhand einiger Lebenssachverhalte informierte Frau Wendt die Schülerinnen und Schüler über die rechtliche Seite des Handygebrauchs und der Internetnutzung. So ging es in einem Fall um ein Mädchen, das in der Umkleidekabine fotografiert wurde und dessen Bilder von einem Mitschüler ins Netz gestellt wurden.

Sehr anschaulich und nachvollziehbar wurde die Problematik durch den Film “Let’s fight it together“. Durch das Einnehmen der Opferperspektive wurden die Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisiert, wie sich die betroffenen Personen fühlen. Mit den Klassenlehrerinnen wurden in den folgenden zwei Stunden Handyregeln und Sicherheitsregeln im Netz erarbeitet. Außerdem gab es eine Linkliste mit Internetseiten, die Hilfe und/oder Informationen für Schüler bieten.

Während ihres Vortrags für die Eltern informierte Frau Wendt über Handymissbrauch und insbesondere über Cybermobbing. In den letzten Jahren ist die Nutzung von Facebook bei Schülern immer mehr in den Hintergrund getreten, weil es andere Programme gibt, über die die Kinder miteinander Kontakt halten bzw. sich darstellen können, wie WhatsApp und Instagram. So hat WhatsApp inzwischen 1,5 Milliarden Nutzer weltweit, pro Tag werden mehr als 65 Milliarden Nachrichten verschickt.

In diesem Zusammenhang verwies Frau Wendt auf die steigende Anzahl von Opfern des sogenannten Groomings (englisch für anbahnen, vorbereiten), das unterschiedliche Handlungen zur Vorbereitung von sexuellem Missbrauch bezeichnet. Hierbei suchen die zumeist deutlich älteren Täter im Internet Kontakt zu Jugendlichen, gewinnen deren Vertrauen und verstricken sie in Abhängigkeiten, damit sie sich niemandem anvertrauen. Dies passiert auch bei Spielen und Apps mit Chat-Funktion wie z.B. Minecraft, das auch bei den Schülerinnen und Schülern unseres Gymnasiums sehr beliebt ist.

Da 90% der Schülerinnen und Schüler im Jahrgang 6 am Gymnasium Munster ein Smartphone besitzen und die große Mehrheit der Jungen und Mädchen regelmäßig ins Internet gehen, stellt sich für Eltern die Frage, wie sie ihre Kinder vor Missbrauch schützen und sie bei der Internetnutzung begleiten können.Hierzu nannte Frau Wendt einige Sicherheitsregeln für Jugendliche, z.B. niemals persönliche Daten im Internet herauszugeben oder sich nicht mit Cyberfreunden zu treffen. Auch Nicknamen und sichere Passwörter böten Schutz.

Frau Wendt schloss den Elternabend mit dem Hinweis, dass Eltern die Pflicht haben zu kontrollieren, wozu ihre Kinder ihr Handy nutzen. Viel wichtiger als Verbote und Kontrolle sei es jedoch, mit den Kindern in Kontakt zu bleiben und auch wenn Fehler passiert sind, ohne Vorwürfe mit den Kindern zu überlegen, was zu tun ist. Besonders wurde auf die Seite http://www.klicksafe.de/service/aktuelles/klicksafe-apps/ hingewiesen, auf der Kinder und Jugendliche Verhaltenstipps bekommen können, wenn sie Opfer von Cybermobbing geworden sind.

Text und Foto: R. Großmann-Meyer

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